Inverkehrbringen

Ein zentraler Begriff, der bei allen EU-Richtlinien bzw. Verordnungen rund um das Thema CE-Kennzeichnung immer wieder auftraucht ist das „Inverkehrbringen“. Wer irgendein Produkt inverkehrbringt, sei es nun eine Maschine, ein Spielzeug oder ein Druckgerät, für den gelten bestimmte Voraussetzungen aus einer EU-Vorschrift. Doch was heißt denn nun „Inverkehrbringen„?

Inverkehrbringen laut EU-Verordnung

„Inverkehrbringen“ ist die erstmalige Bereitstellung auf dem EU-Markt. Wobei die Bereitstellung auf dem EU-Markt jede sowohl

  • entgeltliche oder auch
  • unentgeltliche (!)

Abgabe eines Produkts zum Vertrieb, Verbrauch oder zur Verwendung auf dem Gemeinschaftsmarkt im Rahmen einer Geschäftstätigkeit gilt.

Dieser so unscheibare Absatz enthält ein paar wichtige Punkte die man nicht übersehen sollte: Die erstmalige Bereitstellung bedeutet dass es unerheblich ist ob Sie nur ein Stück davon herstellen oder 5 Millionen, die ganzen Anforderungen der EU-Richtlinien müssen bereits VOR der ersten Bereitstellung erledigt sein. Dabei ist es auch unerheblich ob es gegen Entgelt oder gratis ist, die Vorschriften gelten in jedem Fall. Der letzte Satz „zum Vertrieb, Verbrauch oder zur Verwendung“ sagt auch dass es nicht notwendig ist, dass das Produkt verkauft wird. Es reicht also schon aus eine Maschine nur für die eigene Verwendung zu bauen damit die Maschinenrichtlinie gilt.

Weiterführend

Link zur EU-Verordnung 765/2008 über Vorschriften für die Akkreditierung und Marktüberwachung im Zusammenhang mit der Vermarktung von Produkten

Anmerkung: Hier ist nur exemplarisch die Verordnung 765/2008 verlinkt. Sämtliche Richtlinien wie Maschinenrichtlinie, Druckgeräterichtlinie etc. enthalten dieselbe Begriffsdefinition.